Anamnesebogen
Gemeinsam mit den Eltern wird ein speziell auf das Myopie-Management abgestimmter Anamnesebogen ausgefüllt, der die individuellen Risikofaktoren des Kindes herausarbeitet.
Experte für Myopiemanagement
Optometrist mit Masterabschluss, über 15 Jahren Erfahrung und Autor des ersten deutschen Lehrbuches für Myopie-Management – er leitet die Myopie-Sprechstunde im Augenzentrum Kettenbrücke.
Ausbildung
Masterabschluss in Optometrie und Wirtschaft (Hochschule Aalen), ergänzt durch Studien am New England College of Optometry in Boston und an der Pacific University in Oregon.
Erfahrung
Seit über 15 Jahren in der Optometrie tätig. Spezialgebiete: Versorgung myoper Kinder, alle Arten der Kontaktlinsenversorgung sowie die visuelle Rehabilitation komplexer Hornhauterkrankungen.
Innovation
Autor des ersten deutschen Lehrbuches für Myopie-Management, Referent auf nationalen und internationalen Kongressen und Lehrbeauftragter an den Universitäten Aalen und Innsbruck.
Erfolge
Masterstudium an der Hochschule Aalen mit Summa cum Laude abgeschlossen; die Masterarbeit wurde mit dem renommierten Karl Amon Optometry Award ausgezeichnet.
Unser Ansatz
Wir empfehlen eine frühzeitige Myopie-Sprechstunde für Kinder ab einem Alter von 6 Jahren.
Wir unterscheiden zwischen Längen- und Brechungsmyopie, da vor allem die Längenmyopie das Risiko von Netzhautschäden erhöht. Das ermöglicht eine gezielte Behandlungsplanung.
Faktoren wie genetische Veranlagung, Geschlecht und Umwelt werden berücksichtigt, um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit abzuschätzen und die Therapie anzupassen.
Niedrig dosiertes Atropin, defokussierende Brillengläser und Kontaktlinsen verlangsamen nachweislich das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit. Regelmäßige Kontrollen sichern die Wirksamkeit.
Von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter wird die Kurzsichtigkeit kontinuierlich beobachtet und die Therapie in wichtigen Wachstumsphasen angepasst.
Nach gründlicher Untersuchung erstellt das Team einen Plan, der Korrekturmethoden, Seh-Hygiene und regelmäßige Nachkontrollen umfasst.
Ablauf der Untersuchung
Gemeinsam mit den Eltern durchläuft das Kind mehrere Schritte – vom Anamnesebogen über Messstationen bis zur Untersuchung durch Optometrist und Augenarzt. Am Ende steht ein individueller Behandlungsplan.
Gemeinsam mit den Eltern wird ein speziell auf das Myopie-Management abgestimmter Anamnesebogen ausgefüllt, der die individuellen Risikofaktoren des Kindes herausarbeitet.
Objektive Refraktion, Hornhauttopographie und die axiale Augenlänge des Kindes werden in kurzen Untersuchungen ermittelt.
Detaillierte Vermessung durch den Optometristen. Augentropfen entspannen kurzzeitig die inneren Augenmuskeln – für eine exakte Brillenstärkenbestimmung und eine gründliche Netzhautuntersuchung durch den Augenarzt.
Nach etwa 45 Minuten sind alle Messungen abgeschlossen. Das Team erstellt den Plan: Art und Nutzung der Korrektur, Empfehlungen zur Seh-Hygiene und die geplanten Nachkontrollen.
Langzeitbetreuung
In diesem Alter verschlechtert sich die Kurzsichtigkeit meist am stärksten – eine frühzeitige Abklärung ist deshalb besonders wichtig.
Obwohl sich das Augenwachstum verlangsamt, kann die Kurzsichtigkeit weiter zunehmen. Eine fortgesetzte Betreuung bleibt hier essenziell.
Die Augen stabilisieren sich meist weitgehend. Unter Kontrolle der Augenlänge kann das Myopie-Management nun schrittweise beendet werden.
Bei etwa 15 % der Erwachsenen verändern sich die Augen noch geringfügig. Sehhygiene – Pausen beim Lernen und Zeit im Freien – unterstützt die Augengesundheit.
Therapeutische Ansätze gegen Myopie
Faktencheck
Genetische Faktoren spielen eine Rolle, Umweltfaktoren sind aber ebenso entscheidend. Studien zeigen, dass Aktivitäten im Freien und die Einschränkung von Naharbeit das Fortschreiten beeinflussen können. Spezielle Kontaktlinsen oder Augentropfen können die Progression zusätzlich verlangsamen.
Es ist ein verbreiteter Mythos, dass eine zu schwache Korrektur die Augen „trainiert" oder die Myopie verzögert. Tatsächlich erschwert eine unzureichende Korrektur das Sehen und belastet das Auge stärker – das kann zu Beschwerden und sogar zu einer schnelleren Verschlechterung führen. Eine korrekte Korrektur ist wichtig, um die Myopie zu kontrollieren.
Je früher die Maßnahmen ergriffen werden, desto besser lässt sich das Fortschreiten kontrollieren. Bei Kindern und Jugendlichen wirken spezielle Kontaktlinsen, Brillengläser oder Atropin-Augentropfen deutlich besser, wenn sie frühzeitig angewendet werden.
Naharbeit am Bildschirm kann zu Augenermüdung führen, ist aber nicht der alleinige oder primäre Grund für Myopie. Zeit im Freien und weniger Naharbeit helfen – die genetische Veranlagung spielt jedoch ebenfalls eine wesentliche Rolle.
Atropin in niedriger Dosierung (0,01–0,05 %) wird in vielen Ländern sicher und erfolgreich eingesetzt, um das Fortschreiten der Myopie zu verlangsamen. In niedrigen Dosen sind die Nebenwirkungen sehr gering und die Wirksamkeit gut dokumentiert. Atropin ist verschreibungspflichtig und sollte augenärztlich überwacht werden.
Jede Form der Myopie erhöht das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen wie Netzhautablösung, Glaukom und Makuladegeneration. Studien zeigen, dass bereits geringe Werte (unter −3,00 Dioptrien) mit einem erhöhten Langzeitrisiko verbunden sind. Daher ist eine frühe Kontrolle auch bei niedrigen Werten wichtig.
Auch bei geringer Myopie ist eine Korrektur wichtig, um gutes Sehvermögen zu gewährleisten und die Myopie zu managen. Ohne passende Sehhilfe können Kinder in Schule oder Sport Probleme haben – und das Fortschreiten bliebe unbeeinflusst.
Über Nacht getragene Ortho-K-Linsen formen die Hornhaut neu und korrigieren die Myopie tagsüber. Bei richtiger Anwendung sind sie sicher und effektiv – sie erfordern jedoch gute Hygiene, eine akkurate Anpassung und regelmäßige Kontrollen. Bei sachgemäßer Handhabung sind die Risiken minimal; sie gelten als eine der effektiveren Methoden zur Myopie-Kontrolle.
Spezielle Maßnahmen wie besondere Kontaktlinsen oder niedrig dosiertes Atropin sind oft mit höheren Kosten verbunden. Diese Investition kann langfristig jedoch helfen, höhere Myopiewerte und damit verbundene Risiken wie Netzhautablösung, Glaukom oder Katarakt zu verringern.
Hinterlassen Sie uns Ihr Anliegen – wir melden uns zeitnah zurück. Befunde können Sie bei Bedarf direkt mit übermitteln.