FEMTOSEKUNDENLASER Was man darüber wissen sollte
Die moderne Augenchirurgie hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Eine der wichtigsten Entwicklungen dabei ist der Femtosekundenlaser. Aber was macht diese Technologie so besonders?
Der Name „Femtosekundenlaser“ klingt zunächst sehr technisch, lässt sich aber einfach erklären: „Femto“ bezieht sich auf die unglaublich kurze Dauer der einzelnen Laserpulse. Eine Femtosekunde ist der millionste Teil einer milliardstel Sekunde – eine Zeitspanne, die für uns Menschen kaum vorstellbar ist. Um es anschaulicher zu machen: In einer Femtosekunde legt selbst Licht nur den dreihundertsten Teil eines Haardurchmessers zurück.
Diese extrem kurzen Pulse sind der Schlüssel zur Präzision des Lasers. Anders als herkömmliche Laser, die kontinuierlich strahlen, sendet der Femtosekundenlaser ultrakurze, aber sehr energiereiche Pulse aus. Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, dass das umliegende Gewebe praktisch nicht belastet wird. Das macht ihn zum idealen Werkzeug für die moderne Augenchirurgie.
In der Augenheilkunde wird der Femtosekundenlaser heute bei verschiedenen Behandlungen eingesetzt. Seine Hauptanwendungsgebiete sind die Korrektur von Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung. Die Technologie ermöglicht dabei Eingriffe mit einer Präzision im Mikrometerbreich – das entspricht einem tausendstel Millimeter.
FEMTOSEKUNDENLASER So funktioniert er
Um die Arbeitsweise des Femtosekundenlasers zu verstehen, hilft ein Vergleich: Stellen Sie sich den Laser als ein hochpräzises optisches Skalpell vor, das mit Licht statt mit einer Klinge arbeitet. Dieses „Lichtskalpell“ ist dabei so genau, dass es einzelne Gewebeschichten bearbeiten kann, ohne das umliegende Gewebe zu beschädigen.
Die außergewöhnliche Präzision wird durch mehrere Faktoren erreicht:
- Erstens durch die bereits erwähnten ultrakurzen Pulse. Diese ermöglichen eine sehr kontrollierte Energieübertragung. Das Gewebe wird nicht erhitzt oder verbrannt, sondern durch einen Prozess namens „Photodisruption“ bearbeitet. Dabei werden die Gewebemoleküle durch die konzentrierte Lichtenergie präzise voneinander getrennt.
- Zweitens durch ein hochentwickeltes Computersystem. Bevor der Laser zum Einsatz kommt, erstellt ein 3D-Scanner eine detaillierte Karte Ihres Auges. Tausende von Messpunkten werden dabei erfasst und ausgewertet. Diese Daten nutzt der Computer, um den Laser millimetergenau zu steuern. Jeder Laserpuls wird exakt dort platziert, wo er gebraucht wird.
- Drittens durch ein ausgeklügeltes Kontrollsystem. Während der Behandlung überwacht der Computer ständig die Position Ihres Auges. Selbst kleinste Bewegungen werden erkannt und automatisch ausgeglichen. So ist sichergestellt, dass jeder Laserpuls sein Ziel präzise trifft.
Die Kombination dieser Technologien ermöglicht eine Behandlungsgenauigkeit, die mit bloßem Auge nicht zu erreichen wäre. Der Laser arbeitet dabei so präzise, dass er einzelne Gewebeschichten der Hornhaut bearbeiten kann, ohne die darüber- oder darunterliegenden Schichten zu beeinträchtigen.
FEMTOSEKUNDENLASER bei der SMILE Pro-Behandlung
SMILE Pro
Bei der SMILE Pro Behandlung zeigt sich die Präzisionsarbeit des Femtosekundenlasers besonders eindrucksvoll. Der Laser führt dabei eine faszinierende mikrochirurgische Arbeit im Inneren Ihrer Hornhaut durch. Mehr zur SMILE-Pro-Behandlung.
Erster Schritt der SMILE Pro
In einem ersten Schritt erzeugt der Femtosekundenlaser zwei übereinanderliegende, kreisförmige Schnittflächen im Inneren Ihrer Hornhaut. Diese Flächen sind nur Bruchteile eines Millimeters voneinander entfernt und werden durch einen präzise berechneten seitlichen Schnitt verbunden. Dadurch entsteht eine dünne, linsenförmige Gewebeschicht – das sogenannte Lentikel.
Zweiter Schritt der SMILE Pro
Die Form und Dicke dieses Lentikels entspricht exakt der erforderlichen Korrektur Ihrer Fehlsichtigkeit. Der Laser berechnet dabei für jeden einzelnen seiner tausenden Pulse die exakte Position und Energie. Stellen Sie sich vor, der Laser zeichnet mit mikroskopisch feinen Punkten eine dreidimensionale Struktur in Ihre Hornhaut – allerdings nicht auf der Oberfläche, sondern präzise im Inneren des Gewebes.
Vorteile durch Femtosekundenlaser
Das Besondere dabei: Die darüberliegende Hornhautschicht bleibt bis auf eine winzige Öffnung völlig intakt. Durch diese minimale Öffnung wird später das vorbereitete Lentikel entnommen. Nach der Entnahme passt sich die Hornhaut ihrer neuen Form an, wodurch Ihre Fehlsichtigkeit korrigiert wird.
Der Femtosekundenlaser arbeitet bei diesem Prozess mit einer Präzision von weniger als einem tausendstel Millimeter. Die gesamte Laserbehandlung dauert dabei nur etwa 10-15 Sekunden pro Auge – eine deutliche Verbesserung zu herkömmlichen Excimerlasern.
VORTEILE der Femtosekundenlaser-Technologie
- Höchste Präzision: Die computergesteuerte Behandlung gewährleistet eine exakte Korrektur Ihrer Sehschwäche. Jeder Eingriff wird individuell auf Ihre Augen abgestimmt. Die dreidimensionale Vermessung Ihres Auges vor der Behandlung stellt sicher, dass der Laser millimetergenau arbeitet.
- Besonders schonend: Die ultrakurzen Laserpulse bearbeiten das Gewebe äußerst präzise und schonend. Das umliegende Gewebe wird dabei praktisch nicht belastet. Diese minimale Traumatisierung des Auges führt zu:
- Weniger Beschwerden nach der Behandlung
- Schnellerer Heilung
- Geringerem Risiko von Komplikationen
- Besserer Vorhersagbarkeit der Ergebnisse
- Schnelle Erholung: Die meisten Patienten können bereits am Tag nach der Behandlung wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Die endgültige Stabilisierung der Sehkraft erfolgt zwar über einen längeren Zeitraum, aber die unmittelbare Erholungsphase ist meist sehr kurz.
- Hoher Behandlungskomfort: Die Behandlung selbst ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Die präzise Arbeitsweise des Lasers minimiert dabei das Risiko von Nebenwirkungen.
HÄUFIGE FRAGEN zum Femtosekundenlaser
Die Behandlung selbst ist dank moderner Betäubungstropfen schmerzfrei. Während des Eingriffs spüren Sie lediglich einen leichten Druck auf dem Auge. Nach dem Abklingen der Betäubung können vorübergehend leichte Beschwerden wie ein Fremdkörpergefühl auftreten, die aber meist schnell nachlassen.
Der Femtosekundenlaser verfügt über ein hochmodernes Eye-Tracking-System. Dieses überwacht kontinuierlich die Position Ihres Auges und gleicht selbst kleinste Bewegungen automatisch aus. Sollte eine zu große Bewegung auftreten, stoppt der Laser automatisch und setzt die Behandlung erst fort, wenn Ihr Auge wieder in der optimalen Position ist.
Der Femtosekundenlaser ist speziell für die Anwendung am Auge entwickelt worden. Die ultrakurzen Pulse wirken nur genau dort, wo sie sollen, und beeinträchtigen das umliegende Gewebe nicht. Zahlreiche Sicherheitssysteme überwachen kontinuierlich die Behandlung. Bei unerwarteten Ereignissen stoppt der Laser automatisch.
Der Laser verfügt über mehrere Sicherheitssysteme, darunter eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Selbst bei einem Stromausfall würde die Behandlung sicher zu Ende geführt oder kontrolliert unterbrochen werden können.
Ja, vor jeder Behandlung wird der Laser individuell auf Ihre Augen eingestellt. Dafür werden die Daten aus der Voruntersuchung verwendet, um ein präzises 3D-Modell Ihrer Hornhaut zu erstellen. Der Computer berechnet daraus automatisch die optimalen Einstellungen für Ihre Behandlung.